Nachdem in fast allen Zeitungen von uns initiierte Presseartikel veröffentlicht wurden, scheinen diese auch auf den Schreibtischen der Bürgermeister gelandet zu sein. Der Facebook-Post von Jörg Lempertz ist eine erste Reaktion -man darf gespannt sein, wie die Post reagiert. Wird nicht einfach, weil es offensichtlich eine Strategie der Post ist, die kleinen Filialen platt zu machen. Man gestaltet die wirtschaftliche Situation so schlecht, dass man als Betreiber nicht mal den halben Mindestlohn erwirtschaften kann. Wenn dann der Betreiber einstellt, ist es ja nicht die Post gewesen. Obermendig ist ja kein Einzelfall. Googelt man, dann stellt man schnell fest, dass es landauf-landab viele solcher Fälle gibt. Die nächste Filiale, die schliesst, ist Kottenheim. Wäre schön, wenn dieser Kelch an Obermendig vorbeiginge. Ob die Bürgermeister bei der Post etwas erreichen – es wäre wünschenswert. Nicht einfach.

Zitat aus dem Facebook-Post von Jörg Lempertz:

Plitzko, Ammel und Lempertz signalisieren der Deutschen Post Gesprächsbereitschaft, bieten Hilfe bei einer Lösungsfindung an und drängen im Hinblick auf die angemessene Versorgung zu einer zeitnahen Umsetzung etwaiger Maßnahmen!

Gemäß der Post-Universaldienstleistungsverordnung muss in Obermendig eine Poststelle sein. Das beinhaltet allerdings auch, dass die Post wirtschaftlich tragfähige Konditionen bereitstellt.

Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV)
§ 2 Qualitätsmerkmale der Briefbeförderung

Für den Universaldienst im Bereich der Briefdienstleistungen gelten die folgenden Qualitätsmerkmale:

Bundesweit müssen mindestens 12.000 stationäre Einrichtungen vorhanden sein, in denen Verträge über Briefbeförderungsleistungen im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 abgeschlossen und abgewickelt werden können. Die Anforderung nach Satz 1 wird bis zum 31. Dezember 2007 unter Berücksichtigung der Nachfrage überprüft. Bis zum 31. Dezember 2007 müssen mindestens 5.000 stationäre Einrichtungen mit unternehmenseigenem Personal betrieben werden. In allen Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern muss mindestens eine stationäre Einrichtung vorhanden sein; dies gilt in der Regel auch für Gemeinden, die gemäß landesplanerischen Vorgaben zentralörtliche Funktionen haben. In Gemeinden mit mehr als 4.000 Einwohnern und Gemeinden, die gemäß landesplanerischen Vorgaben zentralörtliche Funktionen haben, ist grundsätzlich zu gewährleisten, dass in zusammenhängend bebauten Gebieten eine stationäre Einrichtung in maximal 2.000 Metern für die Kunden erreichbar ist. Bei Veränderungen der stationären Einrichtungen ist frühzeitig, mindestens zehn Wochen vor der Maßnahme, das Benehmen mit der zuständigen kommunalen Gebietskörperschaft herzustellen. Daneben muss in allen Landkreisen mindestens je Fläche von 80 Quadratkilometern eine stationäre Einrichtung vorhanden sein. Alle übrigen Orte müssen durch einen mobilen Postservice versorgt werden. Die Einrichtungen müssen werktäglich nachfragegerecht betriebsbereit sein.

2.000 Meter sind eine Menge.  Vergleichsweise ist die Entfernung vom oberen Ende des Erntewegs bis zur Teichwiese lt. Google Maps.1,7 km.   Schon eine Strecke, die nicht so unbedingt Seniorenrelevant ist.

Der Ball liegt jetzt auf den Schreibtischen der Bürgermeister.

Hier der Link zu Jörg Lempertz’s Beitrag zum Facebookpost